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International Security Assistance Force
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Die Internationale SicherheitsunterstĂźtzungstruppe (aus englisch International Security Assistance Force, kurz ISAF) war eine Sicherheits- und Wiederaufbaumission unter NATO-FĂźhrung (ab 2003) im Rahmen des Krieges in Afghanistan in den Jahren 2001 bis 2014.
Die Aufstellung erfolgte auf Ersuchen der Teilnehmer der ersten Afghanistan-Konferenz 2001 an die internationale Gemeinschaft und mit Genehmigung durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (Resolution 1386 vom 20. Dezember 2001). Der Einsatz war keine friedenssichernde Blauhelm-Mission, sondern ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten.
In diesem Artikel werden nicht die militärischen Aktivitäten beschrieben (siehe Krieg in Afghanistan 2001â2021, Kategorie: Schlacht im Krieg in Afghanistan 2001â2021). Daneben existieren Artikel, in denen der Beitrag der einzelnen Nationen zum Krieg in Afghanistan beschrieben wird. Diese Artikel und weitere Artikel zu Spezialthemen finden sich in der Kategorie Krieg in Afghanistan 2001â2021 oder sind Ăźber die Verlinkung direkt aufrufbar.
Am 18. Juni 2013 gab die ISAF die Sicherheitsverantwortung an die afghanische Regierung zurĂźck.
Contents
⢠Auftrag
⢠Geschichte
⢠ISAF in Kabul
⢠Nachfolgemission
⢠Organisation
⢠Fßhrung
⢠Struktur
⢠Chronik
⢠2001
⢠2002
⢠2003
⢠2004
⢠2005
⢠2006
⢠2007
⢠2008
⢠2009
⢠2010
⢠2011
⢠2012
⢠2013
⢠Ausrßstung
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Auftrag
Der Auftrag bestand darin, die vorläufigen Staatsorgane Afghanistans und ihre Nachfolgeinstitutionen bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit in Afghanistan so zu unterstĂźtzen, dass sowohl die afghanischen Staatsorgane als auch das Personal der Vereinten Nationen und anderes internationales Zivilpersonal, insbesondere solches, das dem Wiederaufbau und humanitären Aufgaben nachging, in einem sicheren Umfeld arbeiten konnte, und SicherheitsunterstĂźtzung bei der Wahrnehmung anderer Aufgaben in UnterstĂźtzung der âBonner Vereinbarungâ zu gewähren.cite-ref-7[7]
Ziel der ISAF war also die Unterstßtzung der gewählten Regierung Afghanistans zur Herstellung und Aufrechterhaltung eines sicheren Umfeldes im Lande. In erster Linie sollten so der Wiederaufbau Afghanistans, die Etablierung demokratischer Strukturen und die Durchsetzungsfähigkeit der frei gewählten Zentralregierung vorangetrieben werden. ISAF sollte ursprßnglich vollständig vom Einsatz Enduring Freedom getrennt operieren.cite-ref-8[8] Die ISAF durfte alle Mittel, auch Waffengewalt, anwenden, sofern dies zur Erfßllung der Resolution 1386 des UN-Sicherheitsrats notwendig erschien.
Das UN-Mandat wurde mehrfach verlängert und inhaltlich erweitert, zuletzt erneuert wurde es am 12. Oktober 2011 durch die Resolution 2011 des UN-Sicherheitsrates. Erstreckte sich das Operationsgebiet der ISAF zunächst nur auf Kabul und Umgebung, so wurde es zwischen Oktober 2003 und dem 28. September 2006 schrittweise auf weitere Teile des Landes ausgedehnt.
Die ISAF-Schutztruppe hatte nur eingeschränkte Rechte gegenßber der ZivilbevÜlkerung; d. h., sie durfte bei kriminellen Akten innerhalb der ZivilbevÜlkerung den Ürtlichen BehÜrden nur helfend zur Seite stehen. Grundsätzlich war sie berechtigt, bei Bedrohungen gegen ihr Personal und Material sich selbst zu verteidigen.
Die ISAF-Truppe sollte sich bei Aufgaben, die den Staatsorganen Afghanistans zukommen, bewusst im Hintergrund halten und versuchen, deeskalierend zu wirken. Fahrzeugkontrollen etwa werden routinemäĂig nur von afghanischen Polizeieinheiten vorgenommen.
Es bestand eine Zusammenarbeit mit der Operation Enduring Freedom.cite-ref-9[9]
Im Sommer 2008 und erneut im Herbst beantragte der Supreme Allied Commander Europe Bantz J. Craddock beim federfĂźhrenden Nordatlantikrat der NATO, dass ISAF kĂźnftig auch ermächtigt werden soll, Anbau, Verarbeitung und Handel mit Drogen zu bekämpfen, um den Taliban und anderen aufständischen Gruppen die Finanzierung durch Drogengeld zu entziehen, die rund 100 Mio. Dollar im Jahr betragen soll. Die ISAF kannte zwar Standorte von Drogenlabors und -lagern, durfte aber nicht dagegen vorgehen, weil dies Aufgabe der afghanischen Polizeikräfte ist. Diese waren nach Angaben Craddocks aber noch fĂźr mindestens zwei Jahre nicht in der Lage, gegen grĂśĂere Drogengruppen vorzugehen.cite-ref-10[10] 2009 verkĂźndeten die USA einen Strategiewechsel, wonach der Drogenanbau nicht mehr bekämpft wurde.cite-ref-11[11] Die Ende 2008 erteilte Erlaubnis fĂźr Operationen gegen Drogenlabore und -lager wurde Anfang 2009 kurzzeitig ausgesetzt, war später aber wieder in Kraft.
AuĂerhalb des ISAF-Rechtsrahmens war die rechtliche Situation der ISAF-Soldaten nicht eindeutig, da beim Einsatz von Schusswaffen, zur Abwehr von Gefahren fĂźr das eigene Leben oder das der Kameraden, das Recht der beteiligten Nationen galt.
Bei Patrouillenfahrten deutscher Soldaten wurden anfangs keine Helme getragen, da sie nicht als militärische Besatzungsmacht auftreten wollten. AuĂerdem trugen die Soldaten der ersten beiden Kontingente der deutschen Schutztruppe olivgrĂźne TarnanzĂźge, um nicht mit den Amerikanern verwechselt zu werden. FĂźr Patrouillen wurde zu Beginn vornehmlich das geländegängige Fahrzeug Wolf anstelle des gepanzerten ATF Dingo gewählt. Ein Schusswaffengebrauch deutscher Soldaten bei ISAF-Missionen etwa wäre von der deutschen Staatsanwaltschaft auf seine RechtmäĂigkeit hin untersucht worden. Am 19. März 2010 entschied die Bundesanwaltschaft im Rahmen der rechtlichen Aufarbeitung des Luftangriffs bei Kundus, dass die Bundeswehr in Afghanistan Partei eines nicht-internationalen bewaffneten Konflikts (BĂźrgerkriegs) sei. Demnach galt fĂźr die deutschen Soldaten vorrangig das VĂślkerstrafgesetzbuch, nicht das deutsche Strafgesetzbuch.cite-ref-12[12]
UNO-Resolutionen
⢠Resolution 1943 des UN-Sicherheitsratescite-ref-13[13]
⢠Resolution 1890 des UN-Sicherheitsratescite-ref-res-1890-14-0[14]
⢠Resolution 1833 des UN-Sicherheitsratescite-ref-15[15]
⢠Resolution 1776 des UN-Sicherheitsratescite-ref-16[16]
⢠Resolution 1623 des UN-Sicherheitsratescite-ref-17[17]
⢠Resolution 1563 des UN-Sicherheitsratescite-ref-18[18]
⢠Resolution 1510 des UN-Sicherheitsratescite-ref-un-org-19-0[19]
⢠Resolution 1444 des UN-Sicherheitsratescite-ref-referencea-20-0[20]
⢠Resolution 1413 des UN-Sicherheitsratescite-ref-referenceb-21-0[21]
⢠Resolution 1378 des UN-Sicherheitsratescite-ref-22[22]
⢠Resolution 1363 des UN-Sicherheitsratescite-ref-23[23]
⢠Resolution 1333 des UN-Sicherheitsratescite-ref-24[24]
Geschichte
Beschluss des ersten ISAF-Mandats
Auf der ersten Petersberger Afghanistankonferenz beschlossen afghanische Repräsentanten einen Stufenplan fĂźr die politische Ăbergabe der Verantwortung mit dem Ziel Afghanistan politisch neu zu gestalten. Teil des Planes war es, den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu ersuchen, das Aufstellen einer internationalen Sicherheitstruppe zu autorisieren. Ihre Aufgabe sollte darin bestehen, nach dem Abzug der militärischen Einheiten der Vereinigten Front (oder Nordallianz) aus Kabul die Sicherheit in der Stadt und im umgebenden Gebiet fĂźr die afghanische Ăbergangsregierung unter Hamid Karzai und dem Personal der UnterstĂźtzungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan zu gewährleisten. Aufgrund dieses Beschlusses und eines Schreibens des AuĂenministers der afghanischen Ăbergangsregierung Abdullah Abdullah vom 19. Dezember 2001 beschloss am 20. Dezember 2001 der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Resolution 1386 (2001) ein auf sechs Monate begrenztes Mandat zur Aufstellung einer internationalen SicherheitsunterstĂźtzungstruppe in Afghanistan.cite-ref-25[25]cite-ref-26[26]cite-ref-27[27]
âAs the member of the Interim Administration responsible for foreign affairs, I should like to inform the Council that, taking into account all relevant considerations, an international security force could be deployed under Chapters VI or VII of the Charter.â
âAls das fĂźr AuĂenpolitik zuständige Mitglied der Ăbergangsregierung informiere ich den Sicherheitsrat, unter BerĂźcksichtigung aller relevanten Ăberlegungen, dass eine internationale Sicherheitstruppe nach Kapitel 6 oder 7 der UN-Charta aufgestellt werden kann.â
â
Abdullah Abdullah, Aussenminister der Ăbergangsregierung von Afghanistan
Die Resolution 1386 legte fest, dass ISAF nach Kapitel VII der Charta der Vereinten Nationen aufgestellt wurde. Damit war die Anwendung von Waffengewalt zur ErfĂźllung der Resolution erlaubt.
Am 4. Januar 2002 wurde zwischen ISAF und der afghanischen Ăbergangsregierung eine Vereinbarung Ăźber die konkrete Ausgestaltung des Einsatzes geschlossen. Darin werden die Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien festgelegt.cite-ref-29[29]
ISAF in Kabul
Am 22. Dezember 2001 Ăźbernahm die ISAF unter britischer FĂźhrung in Person von John McColl die Aufgabe, Sicherheit in Kabul und Umgebung zu gewährleisten. Der vereinbarte Abzug der Truppen der Vereinigten Front gestaltete sich schwierig. Weitere wichtige Aufgaben waren die Absicherung der am 11. Juni 2002 beginnenden Loja Dschirga zur Etablierung der Ăbergangsregierung und der am 14. Dezember 2003 beginnenden Loja Dschirga zur Beratung und Verabschiedung einer Verfassung fĂźr Afghanistan. Des Weiteren begann der auf der Zweiten Afghanistan-Konferenz vereinbarte Aufbau der Afghanischen Nationalarmee. Die ISAF trainierte von Anfang März bis April 2002 bis zu 550 Afghanen fĂźr die Afghan National Guard.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31] AnschlieĂend Ăźbernahmen die Vereinigten Staaten mit dem Ziel, eine 70.000 Mann starke Armee aufzustellen.cite-ref-32[32]
Der UN-Sicherheitsrat beschloss anfangs halbjährlich und später dann jährlich in Resolutionen die Verlängerung des ISAF-Mandats und begrĂźĂte bis zur dauerhaften Ăbernahme des ISAF-Kommandos durch die NATO jeweils die Ăbernahme durch eine oder mehrere Staaten. In der Resolution 1413cite-ref-referenceb-21-1[21] vom 23. Mai 2002 wird die Ăbernahme des Kommandos durch das Vereinigte KĂśnigreich begrĂźĂt, mit der Resolution 1444cite-ref-referencea-20-1[20] vom 27. November 2002 ging das Kommando ab dem 20. Juni 2002 Ăźber an die TĂźrkei und anschlieĂend gemeinsam an Deutschland und die Niederlande. Dabei stellte das 1. Deutsch-Niederländische Korps mit Norbert van Heyst als ISAF-Kommandeur die FĂźhrung der ISAF.
AuĂerhalb von Kabul kam es immer wieder zu Kämpfen zwischen Milizen von FĂźhrern der Vereinigten Front, weshalb auch eine Ausweitung des ISAF-Mandats Ăźber Kabul hinaus immer wieder gefordert, aber von der US-Regierung abgelehnt wurde. In den Gebieten auĂerhalb von Kabul, vorwiegend im SĂźden und Osten von Afghanistan, bekämpften US-Amerikaner und von ihnen angeheuerte afghanische Kämpfer anfangs nur versprengte Kämpfer von Taliban und al-Qaida. Ab Sommer 2003 griffen die Taliban in einigen Provinzen allerdings wieder an, und da der Irakkrieg am 20. März 2003 begann, verschwand nun auch der Widerstand der Vereinigten Staaten gegen eine Ausweitung des ISAF-Mandats.
Ausweitung des Mandats Ăźber Kabul hinaus
Das Operationsgebiet der ISAF wurde nach Beschluss der UN-Resolution 1510cite-ref-un-org-19-1[19] vom 13. Oktober 2003 schrittweise auf weitere Teile des Landes ausgedehnt. Vorausgegangen war ein Schreiben vom 10. Oktober 2003 des AuĂenministers Afghanistans um Hilfe durch die ISAF-Truppe fĂźr die Gebiete auĂerhalb Kabuls und eines Schreibens des Generalsekretärs der NATO vom 6. Oktober 2003 fĂźr UnterstĂźtzung. Trotz der Ausweitung des Mandats Ăźber Kabul hinaus, blieben in Kabul selber auch weiterhin mehrere tausend ISAF-Soldaten stationiert, vornehmlich franzĂśsische und tĂźrkische Soldaten.
Im Oktober 2003 begann in den nĂśrdlichen Provinzen Afghanistans der Aufbau oder die Ăbernahme von schon bestehenden Militärstandorten und den sogenannten Provincial Reconstruction Teams (PRT). Beispielsweise gehĂśrte zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan die Ăbernahme des von US-Amerikanern in Kundus aufgebaute PRT. Im dortigen Feldlager Kundus waren beispielsweise auch Ăśsterreichische Soldaten des 3. Kontingents vom Juli bis zum Oktober 2005 stationiert, die Teil des Ăśsterreichischen Afghanistan-Einsatzes waren. Ein weiteres, sehr groĂes Lager im Norden ist Camp Marmal in der Nähe der afghanischen Stadt Masar-e Scharif, wo tausende von Soldaten aus einer Vielzahl von Ländern ab September 2005 stationiert wurden. 2005 wurde durch die sogenannte Stage II auch Verantwortung fĂźr das westliche Afghanistan Ăźbernommen. Dort sind der italienische Beitrag und der spanische Beitrag zur ISAF am bedeutendsten. Am 31. Juli 2006 erweiterte ISAF ihren Verantwortungsbereich durch Stage III in den SĂźden des Landes. HierfĂźr wuchs ISAF von rund 9.000 auf 18.500 Soldaten an. Am 28. September 2006 beschloss der Nordatlantikrat, die Mission auch auf den Osten Afghanistans, Stage IV auszudehnen. FĂźr die Provinz Kabul wurde am 6. August 2006 ein eigenständiges Regionalkommando eingerichtet und damit die Kabul Multinational Brigade formell aufgelĂśst. Dort wechselte das Kommando seit 2006 zwischen der TĂźrkei, Italien und Frankreich, um dann im August 2008 an die afghanischen Sicherheitskräfte Ăźber zu gehen.
Eine der wichtigen Aufgaben der ISAF in dieser Phase war die sicherheitsbezogene Hilfe bei der Organisation der am 9. Oktober 2004 beginnenden Präsidentschaftswahl, was mit der Resolution 1536cite-ref-33[33] vom 26. März 2004 vom UN-Sicherheitsrat begrĂźĂt wurde.
Eine andere Aufgabe war es, militärische Konflikte zwischen den Milizen von Fßhrern der Vereinigten Front zu verhindern, was der ISAF auch gelang. Weniger erfolgreich war sie dagegen darin, Bewohner ethnischer Enklaven, beispielsweise die der Paschtunen im Norden Afghanistans, vor Vertreibung und Rechtlosigkeit oder parteiischer Rechtsauslegung der lokalen oder regionalen Verwaltung zu schßtzen.
âEin paar Kilometer hinter Mazar-e Sharif liegt eine paschtunische Enklave, die sich auf den ersten Blick in nichts von den tadschikischen DĂśrfern ringsum unterscheidet. (Der paschtunische Gemeindechef wird zitiert): In der Provinz Balkh sind zahlreiche Ländereien den Paschtunen ganz einfach weggenommen worden. Trotz aller Dokumente und Besitzurkunden. Niemand kann sich gegen diesen Diebstahl wehren.â
â
Marc ThĂśrner
:
Deutschlandradio Kultur, 25. August 2010
Die Situation im SĂźden und im Osten Afghanistans war anders, da hier die Paschtunen die bestimmende ethnische Gruppe sind und die Taliban bereits ab Ende 2002 begannen aus den angrenzenden pakistanischen Landesteilen Ăźber die Grenze nach Afghanistan zurĂźckzukommen und Waffenlager anzulegen. Die ersten Guerillaangriffe begannen Anfang 2003 und bald zogen sich die UN und viele Hilfsorganisationen aus dem SĂźden zurĂźck.cite-ref-35[35] Im SĂźden, in den Provinzen Helmand und Kandahar, war mit der Ăbernahme der Verantwortung im Sommer 2006 durch ISAF das sofortige FĂźhren von Kampfoperationen verbunden. FĂźr die britische Beteiligung am Krieg in Afghanistan bedeutete dies, nach ihrem nur wenig gefährlichen Einsatz im Norden, schwerste Kämpfe in der Provinz Helmand fĂźhren zu mĂźssen. Die kanadische Beteiligung am ISAF-Einsatz sah ähnlich aus, wobei die Kanadier direkt von Kabul, noch unter Mandat der Operation Enduring Freedom, im August 2005 nach Kandahar gingen. Weitere Staaten schickten Soldaten mit der Ausweitung der ISAF in den SĂźden, dazu gehĂśrte beispielsweise der dänische ISAF-Beitrag in der Provinz Helmand an der Seite der Briten oder der niederländische und der australische ISAF-Beitrag in der Provinz Uruzgan.
Zuerst wurde nur ein Teil der noch der Operation Enduring Freedom zugeordneten US-Soldaten mit der Ausdehnung der ISAF-Mission auch auf den Osten Afghanistans der ISAF zugeordnet. Da aber der ISAF-Einsatz ohne militärische Unterstßtzung der Vereinigten Staaten im Sßden Afghanistans nicht mÜglich war, wurden die meisten US-Soldaten nach und nach unter das Mandat der ISAF gestellt. Bereits mit der Resolution 1659cite-ref-36[36] vom 15. Februar 2006 wurde, noch bevor die ISAF ihren Verantwortungsbereich auch auf den Sßden des Landes ausgedehnt hatte, die engere operative Zusammenarbeit zwischen ISAF und der Operation Enduring Freedom erstmals erwähnt. Am 3. Juni 2008 wurde David D. McKiernan Kommandeur der ISAF und am 6. Oktober 2008 zusätzlich Kommandeur fast aller US-Soldaten in Afghanistan.
Ab 2008/2009 Ăźbernahmen franzĂśsische und polnische Soldaten, in Kooperation mit US-Truppen, die Sicherheitsverantwortung Ăźber je eine Provinz im US-gefĂźhrten Regionalkommando Ost. Ab 2010 beteiligten sich auch georgische Kampftruppen im SĂźden Afghanistans.
Mit der Resolution 1776cite-ref-res-1776-37-0[37] vom 19. September 2007 verurteilte erstmals der UN-Sicherheitsrat die âauf afghanische und internationale Truppen verĂźbten Angriffe, namentlich Anschläge mit improvisierten SprengkĂśrpern, Selbstmordanschläge und EntfĂźhrungenâ,cite-ref-res-1776-37-1[37] die durch âdie Taliban und andere extremistische Gruppenâcite-ref-res-1776-37-2[37] verĂźbt wurden.
Neue US-Strategie fĂźr Afghanistan
â
Hauptartikel
:
US-amerikanische Beteiligung am Krieg in Afghanistan
Mit dem Wechsel der US-Präsidentschaft im Januar 2009 von George W. Bush zu Barack Obama wurde eine neue Strategiecite-ref-strategie-38-0[38] fßr den Krieg in Afghanistan entwickelt. Obwohl der US-Präsident wechselte, blieb der im November 2006 noch unter Bush ins Amt gekommene Verteidigungsminister Robert Gates im Amt. Er ersetzte damals den seit 2001 im Amt gewesenen Donald Rumsfeld.
Der Afghanistankrieg besteht aus einem Üffentlich bekannten und einem geheimen Teil, wobei die geheimen militärischen Aktionen der Vereinigten Staaten nicht von Soldaten ausgefßhrt werden die der ISAF zugeordnet sind. Am 17. Februar 2009 entsandte Obama zunächst zusätzliche 17.000cite-ref-39[39] Soldaten unter ISAF-Kommando in den Sßden und Osten zu den schon 36.000 US-Soldaten (13.000 unter ISAF-Kommando) in Afghanistan und am 1. Dezember 2009 kßndigte er weitere 30.000 US-Soldaten fßr 2010 an. Im Mai 2009 folgte auf David D. McKiernan Stanley A. McChrystal, der sich im Irakkrieg als Kommandeur des United States Joint Special Operations Command mit Aufstandsbekämpfung befasste.
Weitere Aspekte der neuen Strategie sind der verstärkte zahlenmäĂige Ausbau und ein geändertes Trainingskonzept fĂźr die Afghanische Nationalarmee und Afghanische Nationalpolizei sowie ein anderer Umgang mit der afghanische BevĂślkerung.cite-ref-strategie-38-1[38] Dies schlägt sich auch in der Resolution 1890cite-ref-res-1890-14-1[14] des UN-Sicherheitsrates vom 8. Oktober 2009 nieder, in der der ISAF und den anderen Partnern unter anderem nahegelegt wird âdie afghanischen nationalen Sicherheitskräfte auszubilden, ihnen Anleitung zu geben und ihnen mehr Verantwortung zu Ăźbertragenâ.cite-ref-res-1890-14-2[14] FĂźr die afghanische BevĂślkerung war die neue Strategie bitter, da die Anzahl der getĂśteten Zivilisten von 2118cite-ref-40[40] Menschen 2008 auf 2777 Menschen 2010 stieg. Allerdings sank die Anzahl der durch die afghanische Regierung und ISAF getĂśteten Zivilisten von 39 Prozent auf 16 Prozent. Die Aufständischen tĂśteten 2010 1141 Zivilisten mit Sprengfallen und 462 Zivilisten mit gezielten TĂśtungen.cite-ref-41[41]
Um die Verantwortung fĂźr die Sicherheit in Afghanistan zu Ăźbergeben, wurde auf der Afghanistan-Konferenz vom 20. Juli 2010 in Kabul das Joint Afghan-NATO Inteqal Board (JANIB; inteqÄl heiĂt auf Dari und Paschto âĂbergabeâ oder âTransitionâ) beschlossen. Unter gemeinsamer Leitung der afghanischen Regierung, der ISAF und des Hohen Zivilen Beauftragten wird entschieden, welche Landesteile aus der Verantwortung der ISAF entlassen werden kĂśnnen. Damit wird eine Reduzierung der Anzahl der ISAF-Soldaten in diesen Gebieten angestrebt. Weitere Aufgaben sind die Ăbergabe der Verantwortung fĂźr wichtige afghanische Institutionen und Funktionen und die Aufgabenverschiebung der PRTs weg vom Militärischen.cite-ref-44[44] Mit der Resolution 1943cite-ref-45[45] vom 13. Oktober 2010 wurde erstmals im UN-Sicherheitsrat die stufenweise Ăbergabe der Verantwortung fĂźr die Sicherheit in Afghanistan an afghanische Sicherheitskräfte angesprochen. Die Ăbergabe der Verantwortung soll im FrĂźhjahr 2013 abgeschlossen sein.cite-ref-46[46]
Nachfolgemission
Nach dem Ende der Kampfmission am 31. Dezember 2014 wurde die 13.500 Soldaten umfassende Folgemission Resolute Support zu Ausbildung, Beratung und Training (Train Advise and Assist; TAA) der afghanischen Sicherheitskräfte begonnen. Diese soll bis Ende 2016 dauern. Am 30. September 2014 unterzeichnete die afghanische Regierung das Bilaterale Sicherheitsabkommen (BSA) mit den USA und das NATO-Stationierungsabkommen (NATO-AFG Status of Forces Agreement). Die Abkommen regeln den offiziellen Status der ausländischen Truppen in Afghanistan.
Organisation
Nach Mandatierung und Aufstellung von ISAF im Dezember 2001 wurde ISAF jeweils von einer oder mehreren Nationen gefĂźhrt. Am 9. August 2003 Ăźbernahm die NATO durch UN-Mandat die Verantwortung fĂźr FĂźhrung, Planung und UnterstĂźtzung der ISAF-Mission. Operationell wird ISAF durch das Allied Joint Force Command Headquarters Brunssum (JFC Brunssum) in den Niederlanden gefĂźhrt.
Am 9. September 2008 wurde der ISAF-Kommandeur David D. McKiernan nominiert, um zusätzlich das Kommando ßber die US Forces Afghanistan zu ßbernehmen. Die US Forces Afghanistan wurden bis dahin vom Regionalkommandeur Ost, einem Major General der US-Streitkräfte gefßhrt.cite-ref-47[47]
Nachdem General Stanley A. McChrystal 2009 das Kommando Ăźber die ISAF und die US Forces Afghanistan Ăźbernommen hatte, wurde die ISAF-Kommandostruktur verändert. Im Juli 2009 Ăźbernahm Lieutenant General David M. Rodriguez unter dem Kommando von McChrystal den Posten des stellvertretenden Kommandeurs der US Forces Afghanistan. Zudem wurde im Oktober 2009 innerhalb der NATO-Kommandostruktur ein untergeordnetes Hauptquartier unter dem ISAF-Hauptquartier aufgestellt. Es handelt sich um ein Hauptquartier der Korps-Ebene und ist mit dem âTagesgeschäftâ der ISAF befasst. Diese Zwischenebene in der Kommandokette, die die US-Streitkräfte bereits in ähnlicher Weise bei der Multi-National Force Iraq etabliert haben, soll den ISAF-Kommandeur entlasten, sodass dieser sich auf die strategische Ebene konzentrieren kann. Dazu gehĂśren die Bildung und Pflege von Beziehungen und Koordinierung mit den Regierungen von Afghanistan und Pakistan, Nicht-Regierungsorganisationen sowie die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte. Der Name dieses neuen Kommandos lautet ISAF Joint Command (IJC).
Beteiligte Nationen
Im Rahmen der ISAF nahmen im Oktober 2009 43 Nationen (NATO-Staaten und Nicht-NATO-Staaten) mit rund 71.030 Soldaten teil, davon rund 28.900 aus den Vereinigten Staaten. Die Europäische Union stellte circa 30.800 Soldaten, davon etwa 8.300 aus GroĂbritannien, 3380 aus Deutschland, 3160 aus Frankreich, 2800 aus Italien und 2000 aus Polen (Stand: 22. Oktober 2009).
2010 wurden die Kontingente erheblich aufgestockt. Im Januar 2012 waren 50 Länder mit 129.895 Soldaten an der ISAF beteiligt, davon 90.000 Soldaten aus den Vereinigten Staaten.
| Staat | Stand Januar 2012 [ 48 ] | Stand Oktober 2014 [ 49 ] |
|---|---|---|
| Albanien Albanien * | 286 | 11 |
| Armenien Armenien | 126 | 121 |
| Aserbaidschan Aserbaidschan | 94 | 94 |
| Australien Australien | 1.550 | 271 |
| Belgien Belgien * | 520 | 55 |
| Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina | 55 | 8 |
| Bulgarien Bulgarien * | 604 | 320 |
| Danemark Dänemark * | 750 | 149 |
| Deutschland Deutschland * | 4.715 | 1.707 |
| Estland Estland * | 150 | 2 |
| Finnland Finnland * | 156 | 90 |
| Frankreich Frankreich * | 3.491 | 90 |
| Georgien Georgien | 1.570 [ 50 ] | 755 |
| Griechenland Griechenland * | 154 | 9 |
| Island Island * | 4 | 3 |
| Irland Irland | 7 | 7 |
| Italien Italien * | 3.956 | 1.400 |
| Jordanien Jordanien | 0 | 616 |
| Kanada Kanada * | 510 [ 51 ] [ 52 ] [ 53 ] | 0 |
| Kroatien Kroatien * | 312 | 153 |
| Lettland Lettland * | 185 | 18 |
| Litauen Litauen * | 237 | 72 |
| Luxemburg Luxemburg * | 11 | 1 |
| Mongolei Mongolei | 114 | 40 |
| Montenegro Montenegro | 39 | 25 |
| Niederlande Niederlande * | 167 | 16 |
| Neuseeland Neuseeland | 189 | 1 |
| Norwegen Norwegen * | 487 | 58 |
| Osterreich Ăsterreich | 3 | 3 |
| Polen Polen * | 2.472 | 65 |
| Portugal Portugal * | 117 | 57 |
| Rumänien Rumänien * | 1.876 | 317 |
| Schweden Schweden | 500 | 13 |
| Singapur Singapur | 39 | 0 |
| Slowakei Slowakei * | 330 | 12 |
| Slowenien Slowenien * | 77 | 2 |
| Spanien Spanien * | 1.502 | 181 |
| Korea Sud SĂźdkorea | 350 | 0 |
| Mazedonien 1995 Mazedonien | 163 | 152 |
| Tonga Tonga | 55 | 0 |
| Tschechien Tschechien * | 626 | 227 |
| Turkei TĂźrkei * | 1.846 | 367 |
| Ukraine Ukraine | 23 | 14 |
| Ungarn Ungarn * | 412 | 84 |
| Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten * | 90.000 | 24.050 |
| Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate | 35 | 35 |
| Vereinigtes Konigreich Vereinigtes KĂśnigreich * | 9.500 | 2.839 |
| NATO -Staaten | 125.297 | 32.265 |
| Nicht-NATO-Staaten | 4.598 | 2.247 |
| Gesamt | 129.895 | 34.512 |
| * NATO -Staaten (Quelle: NATO [ 48 ] ) | * NATO -Staaten (Quelle: NATO [ 48 ] ) | * NATO -Staaten (Quelle: NATO [ 48 ] ) |
Beteiligung der Bundeswehr
â
Hauptartikel
:
Bundeswehreinsatz in Afghanistan
Der Einsatz war zunächst auf sechs Monate befristet und hatte das Ziel, wie in Anhang I zur Bonner Vereinbarung vorgesehen, die vorläufigen Staatsorgane Afghanistans bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit in Kabul und seiner Umgebung so zu unterstßtzen, dass sowohl die vorläufige afghanische Regierung als auch Personal der Vereinten Nationen in einem sicheren Umfeld arbeiten kÜnnen.
Die Bundeswehr beteiligte sich letztlich mit bis zu 5.350 Soldatinnen und Soldaten am ISAF-Einsatz. FĂźr Deutschland weitete sich der Einsatz damit zum grĂśĂten in der Geschichte der Bundeswehr aus. Zum 31. Dezember 2014 wurde die Mission beendet und in die Ausbildungsmission Resolute Support ĂźberfĂźhrt,cite-ref-56[56] die am 29. Juni 2021 endete.cite-ref-57[57]
Beitrag des Ăśsterreichischen Bundesheeres
â
Hauptartikel
:
Einsatz des Bundesheeres in Afghanistan
Von 2002 bis 2003 beteiligt sich das Ăśsterreichische Bundesheer mit rund 170 Soldaten an der ISAF.cite-ref-bundesheer-at-58-0[58] Die Entsendung erfolgte in zwei Kontingenten (als AUCON bezeichnet â AUCON1: Februar bis Juli 2002, AUCON2: Juli bis Dezember 2002), anschlieĂend blieben noch fĂźnf Stabsoffiziere, um die afghanischen BehĂśrden bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit in Kabul und Umgebung zu unterstĂźtzen.cite-ref-bundesheer-at-58-1[58] Die letzten Ăśsterreichischen Soldaten wurden im August 2003 abgezogen, als das Kommando Ăźber die ISAF an die NATO Ăźbergeben wurde, da Ăsterreich nicht Teil der NATO ist.cite-ref-bundesheer-at-58-2[58]
Der zweite grĂśĂere Einsatz des Bundesheeres erfolgte zum Schutz der am 18. September 2005 durchgefĂźhrten Parlaments- und Provinzwahlen in Afghanistan wurde 2005 ein drittes Ăśsterreichische Kontingent (AUCON3) entsandt, welches in das Provincial Reconstruction Team (PRT) Kunduz eingebettet wurde und das PRT in der Zeit unmittelbar vor, während und nach den Wahlen infanteristisch zu verstärken.cite-ref-bundesheer-at-wahl-59-0[59]
Ansonsten beteiligte sich das Bundesheer im Wesentlichen mit FĂźhrungs- und Verbindungspersonal.
FĂźhrung
Die FĂźhrung von ISAF in Afghanistan wird seit Ende 2003 jeweils durch ein Hauptquartier der NATO sichergestellt:
⢠ISAF I: Vereinigtes KĂśnigreich, Dezember 2001 â Juni 2002.
⢠ISAF II: TĂźrkei, Juni 2002 â Februar 2003.
⢠ISAF III: Deutschland und die Niederlande, Februar 2003.
⢠ISAF IV: Deutschland, Oktober 2003.
⢠ISAF V: Kanada, Oktober 2003 â August 2004.
⢠ISAF VI: Eurokorps, August 2004 â Februar 2005
⢠ISAF VII: TĂźrkei (NRDC-T, NATO Rapid Deployable Corps), Februar 2005 â August 2005.
⢠ISAF VIII: Italien (NRDC-IT, NATO Rapid Deployable Corps) August 2005 â April 2006.
⢠ISAF IX: Vereinigtes KĂśnigreich (ARRC, Allied Rapid Reaction Corps), Mai 2006 â April 2007.
⢠ISAF XâXII: Vereinigte Staaten, ab Mai 2007.
Bis zum 19. März 2002 lief der ISAF-Einsatz der Bundeswehr als Vorauskommando unter Fßhrung des Kommandeurs des deutsch-niederländisch-dänisch-Üsterreichischen Einsatzverbandes. Deren Kommandeur war Brigadegeneral Carl-Hubertus von Butler, der ab 19. März 2002 die Fßhrung der Kabul Multinational Brigade (KMNB) ßbernahm. Er hatte diese Aufgabe bis zum 17. Juni 2002 inne.
Sein Nachfolger war Brigadegeneral Manfred Schlenker. Er fĂźhrte die KMNB vom 17. Juni 2002 bis zum 17. Dezember 2002. AnschlieĂend fĂźhrte bis zum 17. Juli 2003 Brigadegeneral Werner Freers die KMNB.
Von den oben angegebenen Kommandeuren unterscheiden sich die Kommandeure der ISAF, die unter anderem die KMNB fßhren, aber auch andere Tätigkeiten haben. Diese Kommandeure der ISAF (COMISAF) waren/sind:
| Nr. | Name | Nation | Beginn der Berufung | Ende der Berufung | FĂźhrungskontingent |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | John McColl | Vereinigtes KĂśnigreich | 22. Dezember 2001 | 18. Juni 2002 | â |
| 2 | Hilmi Akin Zorlu | TĂźrkei | 18. Juni 2002 | 10. Februar 2003 | â |
| 3 | Norbert van Heyst | Deutschland/Niederlande | 10. Februar 2003 | 10. August 2003 | 1. Deutsch-Niederländisches Korps |
| 4 | GĂśtz Gliemeroth | Deutschland | 11. August 2003 | 9. Februar 2004 | erstmals NATO-gefĂźhrt/ Joint Headquarters Centre /Heidelberg |
| 5 | Rick Hillier | Kanada | 9. Februar 2004 | 7. August 2004 | â |
| 6 | Jean-Louis Py | Frankreich | 7. August 2004 | 12. Februar 2005 | Eurokorps |
| 7 | Ethem Erdagi | TĂźrkei | 13. Februar 2005 | 4. August 2005 | NATO Rapid Deployable Corps â TĂźrkei (NRDC-T) |
| 8 | Mauro Del Vecchio | Italien | 5. August 2005 | 4. Mai 2006 | NATO Rapid Deployable Corps â Italien (NRDC-I) |
| 9 | David J. Richards | Vereinigtes KĂśnigreich | 5. Mai 2006 | 4. Februar 2007 | Allied Command Europe Rapid Reaction Corps |
| 10 | Dan K. McNeill | Vereinigte Staaten | 4. Februar 2007 | 3. Juni 2008 | NATO und Combined Forces Command Afghanistan der US-Streitkräfte |
| 11 | David D. McKiernan | Vereinigte Staaten | 3. Juni 2008 | 15. Juni 2009 | NATO und US Forces Afghanistan |
| 12 | Stanley A. McChrystal | Vereinigte Staaten | 15. Juni 2009 | 23. Juni 2010 | NATO und US Forces Afghanistan |
| Interim | Nicholas R. Parker | Vereinigtes KĂśnigreich | 23. Juni 2010 | 4. Juli 2010 | Deputy commander of ISAF |
| 13 | David H. Petraeus | Vereinigte Staaten | 4. Juli 2010 | 18. Juli 2011 | NATO und US Forces Afghanistan |
| 14 | John R. Allen | Vereinigte Staaten | 18. Juli 2011 | 10. Februar 2013 | NATO und US Forces Afghanistan |
| 15 | Joseph F. Dunford | Vereinigte Staaten | 10. Februar 2013 | 26. August 2014 | NATO und US Forces Afghanistan |
| 16 | John F. Campbell | Vereinigte Staaten | 26. August 2014 | 31. Dezember 2014 | NATO und US Forces Afghanistan |
Struktur
Dem Befehlshaber ISAF stehen unterschiedliche Truppenelemente in Afghanistan zur VerfĂźgung:
⢠Das ISAF-Hauptquartier (ISAF HQ) befindet sich in der afghanischen Hauptstadt Kabul und dient als operatives Kommando fĂźr die gesamte Mission. Mehr als 600 Soldaten aus 28 Nationen (Stand: Januar 2006) dienen hier. ISAF HQ und seine untergeordneten Einheiten arbeiten eng mit der afghanischen Regierung zusammen und koordinieren ihre Tätigkeiten mit Organisationen wie der UN-Mission UNAMA, Internationalen Organisationen und verschiedenen Nichtregierungsorganisationen. Von hier aus findet enge Abstimmung mit dem CFC-A (Combined Forces Command â Afghanistan) statt, welches die Operation âEnduring Freedomâ (OEF) in Afghanistan fĂźhrt.
⢠Zurzeit gibt es 26 Provincial Reconstruction Teams (PRT). Sie stellen das Haupttruppenelement von ISAF in den einzelnen Provinzen des Landes dar. Sie sind so angelegt, dass sie sowohl militärische Zusammenarbeit mit der Provinzregierung leisten als auch als Fokus der internationalen Gemeinschaft dienen, um in den verschiedenen Regionen die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Gleichfalls wirken sie als ein weiterer Faktor, um der Autorität der Zentralregierung Vorschub zu leisten.
⢠Um die BemĂźhungen der PRTs regional besser koordinieren zu kĂśnnen, sind fĂźnf so genannte Regional Commands (RC) eingerichtet worden (vormals RAC â Regional Area Coordinator). Sie managen Logistik und kontrollieren die Kommandostruktur:
⢠RC-Nord (RC North) in Masar-e Scharif ist zuständig fĂźr die PRTs in Maimana, Pol-e Chomri, Masar-e Scharif, Kundus und Faisabad. Im August 2010 wurde im Rahmen des Partnering-Konzepts von der Bundeswehr ein âAusbildungs- und Schutzbataillon (ASB) Kundusâ aufgestellt, das unter dem direkten Kommando des Regional Command North (RC North) steht. Diese ManĂśvereinheit ist nicht mehr ausschlieĂlich im PRT Kundus gebunden.
⢠RC-West in Herat ist verantwortlich fßr die PRTs in Farah, Chagcharan, Qaleh-ye-Now und Herat.
⢠RC-Sßd (RC South) in Kandahar deckt die Verantwortungsbereiche der PRTs Kandahar, Qalat, Tarin Kowt and Lashkar Gah ab.
⢠RC-Hauptstadt (RC Capital), vormals Kabul Multinational Brigade genannt, sind die taktischen Truppen zusammengefasst, die fĂźr die SicherheitsunterstĂźtzung in und um Kabul (einschlieĂlich des Flughafens) verantwortlich sind. Hauptelemente sind drei multinationalen Battle Groups, die Patrouillen durchfĂźhren, häufig gemeinsam mit den afghanischen Streitkräften oder der afghanischen Polizei.
⢠RC-Ost (RC East) in Bagram fßr die PRTs im Osten und Sßdosten des Landes.
⢠Daneben bestehen noch Forward Support Bases (FSB), die als logistische Basen dienen. Sie kÜnnen beispielsweise medizinische Evakuierung sicherstellen und verbessern so die Sicherheitssituation der PRTS. FSBs wurden im nordafghanischen Masar-e Scharif, im westlichen Herat und sßdlichen Kandahar angesiedelt.
⢠Die so genannte Air Task Force (ATF) ist verantwortlich fßr Planung und Durchfßhrung von allen Operationen und Bewegungen der ISAF-Luftstreitkräfte in Afghanistan. ATF koordiniert den Luftraum und arbeitet mit der afghanischen zivilen Luftfahrt zusammen. Einer der wichtigsten Flughäfen fßr ISAF ist der Kabul International Airport (KAIA).
Chronik
2001
Am 22. Dezember 2001 nahm die ISAF unter britischem Oberkommando ihre Arbeit in Kabul auf; die erste Amtshandlung war die Bewachung der AmtseinfĂźhrung der Ăbergangsregierung. Zuvor hatte als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 am 7. Oktober 2001 unter FĂźhrung der USA die Operation Enduring Freedom begonnen. In den nächsten Jahren liefen in unterschiedlicher Ăberschneidung beide Interventionen gleichzeitig. Am 22. Dezember 2001 wurde erstmals der ISAF-Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan vom Deutschen Bundestag beschlossen.cite-ref-60[60]
2002
Der eigentliche Stationierungsvertrag zwischen der Ăbergangsregierung und dem damals leitenden General der ISAF wurde am 4. Januar 2002 geschlossen.
Am 6. März 2002 kamen bei einem Sprengstoffunfall in Kabul, Afghanistan, zwei deutsche und drei dänische Soldaten der ISAF-Mission ums Leben, als sie versuchten, eine alte russische Boden-Luft-Rakete zu entschärfen. Dieser Vorfall markierte die ersten Todesfälle fßr die Bundeswehr im Rahmen des Einsatzes und war ein tragisches Ereignis, das die ISAF-Truppe tief erschßtterte.
2003
Am 26. Mai 2003 sterben beim Absturz eines Flugzeuges in der TĂźrkei die Besatzung und alle 62 spanische ISAF-Soldaten, die von Afghanistan in ihre Heimat zurĂźckfliegen wollten.
Beim ersten Anschlag auf die Bundeswehr im ISAF-Einsatz sterben im Juni 2003 4 deutsche Soldaten, die sich auf dem Weg zum Kabul International Airport befanden, um von dort in die Heimat zurĂźckzukehren.cite-ref-61[61]
Nach langer Diskussion wurde im Dezember 2003 der ISAF-Einsatz der Bundeswehr auf die Stadt Kundus ausgedehnt.
2004
Seit etwa 10. Juni 2004 wurden Diskussionen gefßhrt, den Einsatz der Bundeswehr auf die Stadt und Provinz Feyzabad auszudehnen, personell bedeutete dies eine Aufstockung der Kontingente um rund 150 Soldaten unter Teilnahme von niederländischen Einheiten.
Im September 2004 wurde in Feyzabad ebenfalls ein Provincial Reconstruction Team (PRT) aufgestellt. Im Januar 2005 erfolgte der Umzug aus der Neustadt von Feyzabad in das neue Feldlager âCamp Feyzabadâ am Flugfeld. Seit 2004 hat Polen 1.500 ISAF-Soldaten nach Afghanistan geschickt. Diese Zahlen wurde durch Aufstockungen nochmals erhĂśht auf etwa 2.500 Soldaten. Seit Januar 2005 beteiligt sich Dänemark mit 40 Soldaten und seit März 2005 die Tschechische Republik ebenfalls mit 40 Soldaten am PRT.
Nach einer Ăbergangsphase wurde in Masar-e Scharif das Regional Command North (Anfangs als âRegional Area Commandâ bezeichnet) stationiert, das diverse Aufbauteams koordinierte.
Zu den Präsidentschaftswahlen am 9. Oktober 2004 und den Wahlen zu Parlament und Provinzregierungen im September 2005 wurden Unterstßtzungstruppen der NATO nach Afghanistan gesendet, um der verschärften Sicherheitslage gerecht zu werden.
2005
Am 10. Februar 2005 kßndigte die NATO die Ausdehnung ihrer Operationen in den Westen Afghanistans an. Beginnend am 31. Mai 2005 wurde durch die Errichtung zusätzlicher von zwei Provincial Construction Teams in Herat und Farah sowie einer Forward Operating Base in Herat das Operationsgebiet von ISAF auf etwa 50 % des Territoriums Afghanistans erweitert.
Bei einer Sondersitzung am 28. September 2005 beschlossen Bundestag und Kabinett mit groĂer Mehrheit die Ausweitung des Mandats, wodurch die Anzahl auf 3000 Soldaten erhĂśht sowie die Einsatzdauer um ein Jahr bis zum 13. Oktober 2006 verlängert wurde. Dadurch stellte die Bundesrepublik Deutschland bis Juli 2006 das grĂśĂte Truppenkontingent der ISAF.
Mit der neuen Verteilung der Verantwortlichkeiten der PRTs begann die Bundeswehr ab Dezember 2005 damit, in Masar-e Scharif das neue Lager Camp Marmal einzurichten.
2006
Am 22. März 2006 wurde in Kabul das Kommando ßber das deutsche Einsatzkontingent der ISAF in Afghanistan durch den Befehlshaber des Einsatzfßhrungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Karlheinz Viereck, von Brigadegeneral Achim Lidsba an Brigadegeneral Christof Munzlinger ßbergeben.
Brigadegeneral Christof Munzlinger gab das Kommando Ăźber die deutschen Soldaten Anfang Juli 2006 bei einer feierlichen Zeremonie im nordafghanischen Masar-e-Scharif an Brigadegeneral Markus Kneip ab. Kneip befehligte ab dem 1. Juni die ISAF in Nordafghanistan. Ende Dezember erfolgte die feierliche Ăbergabe an seinen Nachfolger Brigadegeneral Volker Barth.
Der Sommer 2006 war gekennzeichnet durch eine GroĂoffensive im Rahmen der Operation Enduring Freedom (OEF) durch amerikanische und britische Streitkräfte gegen mutmaĂliche Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer im SĂźden Afghanistans. Mittlerweile wurden auch Bundeswehrsoldaten im bisher eher ruhigen Norden regelmäĂig angegriffen. Dabei wurde deutlich, dass die Angreifer nicht zwischen Soldaten der ISAF-Schutztruppe und der Anti-Terror-Operation Enduring Freedom unterscheiden. Durch verstärkte SelbstschutzmaĂnahmen der ISAF-Kräfte wurden v. a. die Arbeit der ISAF-Wiederaufbau-Teams im Lande und der dazu notwendige Kontakt zur BevĂślkerung massiv erschwert.
31. Juli 2006: Die ISAF Ăźbernahm das Kommando im SĂźden Afghanistans.
Am 28. September 2006 stimmte der Bundestag einem Antrag der Bundesregierung auf Verlängerung um ein weiteres Jahr zu. Das Mandat ermÜglicht deutschen Soldaten gleichfalls die Bewegung in Gesamt-Afghanistan, wenn dies fßr den Auftrag im Rahmen der ISAF-Operation notwendig ist.
Am 5. Oktober 2006 wurde die letzte Phase der Erweiterung des ISAF-Operationsgebiets mit der Ăbernahme der Verantwortung fĂźr den Osten des Landes und der Unterstellung der dortigen Ăźberwiegend US-amerikanischen Truppenteile unter ISAF abgeschlossen.
2007
28. April 2007: Knapp zwei Wochen nach Beginn der Aufklärungsflßge der sechs Bundeswehr-Tornados in Afghanistan knickte bei der Landung einer Maschine das Bugrad ein.cite-ref-63[63]
Oktober 2007 Operation Harekate Yolo: Unter deutschem Kommando und Beteiligung wurde mit der afghanischen Armee, Norwegen und einigen anderen kleineren Kontingenten die erste groĂe Operation zur Bekämpfung von Aufständischen im Norden Afghanistans unternommen.
2008
Januar 2008: Die NATO forderte beim Bundesverteidigungsministerium einen deutschen Kampfverband fßr Nordafghanistan an, der ab Sommer 2008 die seit Anfang 2006 von Norwegen gestellten, rund 240 Soldaten einer schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force/QRF) ersetzen soll.cite-ref-64[64] Teile der Panzerbrigade 21 werden diese Kräfte stellen. Die QRF soll aus circa 205 Soldaten bestehen und mit geschßtzten Transportfahrzeugen Dingo 2, Wolf und dem Schßtzenpanzer Marder 1A5 ausgerßstet werden.cite-ref-65[65]cite-ref-66[66]
Am 13. Juni 2008 stĂźrmten die Taliban ein Gefängnis in Kandahar und befreiten sämtliche Insassen; etwa 1.150 mutmaĂliche Extremisten, darunter ungefähr 400 Taliban.cite-ref-67[67]
2009
Im August 2009 genehmigte die NATO den US-Vorschlag eines nachgeordneten Hauptquartiers unter dem ISAF-Hauptquartier, das ISAF Joint Command (IJC). Es handelt sich dabei um ein taktisches Hauptquartier, welches sich mit dem âTagesgeschäftâ der ISAF befassen soll. Diese Zwischenebene in der Kommandokette, die die US-Streitkräfte bereits in ähnlicher Weise bei der Multi-National Force Iraq etabliert haben, soll den ISAF-Kommandeur entlasten, sodass dieser sich auf die operative und strategische Ebene konzentrieren kann. Dazu gehĂśren die Bildung und Pflege von Beziehungen und Koordinierung mit den Regierungen von Afghanistan und Pakistan, Nicht-Regierungsorganisationen sowie die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte. Der Kommandeur des IJC ist der US-amerikanische Lieutenant General David M. Rodriguez, der bereits seit dem Sommer 2009 als Stellvertreter von General McChrystal innerhalb der US-Kommandokette der US Forces Afghanistan, dem regionalen Kommando aller US-Streitkräfte in Afghanistan, agiert.cite-ref-68[68]
Am 4. September kam es zum umstrittenen Luftangriff bei Kundus, bei dem bis zu 142 Menschen starben.
2010
Am 28. Januar 2010 fand in London die Afghanistan-Konferenz 2010 statt.
Wie in London vereinbart fand am 20. Juli 2010 in Kabul eine Folgekonferenz statt. Dies war seit 1970 die erste bedeutsame internationale Konferenz in Afghanistan. Auf Einladung der afghanischen Regierung nahmen 70 Delegationen, darunter 39 AuĂenminister und 10 Leiter internationaler Organisationen einschlieĂlich der Generalsekretäre der Vereinten Nationen und der NATO teil. Die Konferenz wurde einschlieĂlich des umfangreichen Sicherheitskonzepts von der afghanischen Regierung und ihren Sicherheitskräften federfĂźhrend in enger Zusammenarbeit mit ISAF vorbereitet und durchgefĂźhrt. Sie war somit sichtbarer Ausdruck afghanischer Souveränität und ein Nachweis der deutlich gesteigerten Wirksamkeit der afghanischen Sicherheitskräfte. Als Ergebnis der Kabul-Konferenz wurde ein Fahrplan fĂźr die Zukunft des Landes beschlossen, der die Schaffung leistungsfähigerer afghanischer Institutionen und die weitere Hilfe durch die internationale Gemeinschaft umfasst. Die afghanische Regierung verpflichtete sich bei dieser Konferenz, das Leben aller Afghanen durch die Verbesserung Ăśffentlicher und staatlicher Leistungen, die Schaffung von Recht und Ordnung, die Bekämpfung von Korruption und die FĂśrderung der wirtschaftlichen Entwicklung zu verbessern. Die afghanischen Sicherheitskräfte sollen bis Ende 2014 in der Lage sein, in allen Teilen des Landes Sicherheitsoperationen fĂźhren zu kĂśnnen. Gleichzeitig wurde ein Mechanismus zwischen der afghanischen Regierung und der NATO vereinbart, mit Hilfe dessen die Ăbergabe von Sicherheitsverantwortung an die Afghanen erfolgen soll (Transition/Inteqal), vereinbart.cite-ref-kommunique-kabul-69-0[69]
2011
Aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Kandahar sind 541 Taliban, darunter 106 Taliban-Kommandeure, durch einen 360 Meter langen Tunnel geflohen. Aus demselben Gefängnis sind im Jahr 2008 schon einmal mehr als 1000 Häftlinge geflohen.cite-ref-70[70]
Am 6. August 2011 wurde ein Chinook-Transporthubschrauber mit 8 Afghanischen und 30 US-Soldaten, davon 22 Navy Seals, von den Taliban abgeschossen.cite-ref-71[71]cite-ref-72[72] Mit welchem Waffentyp der Abschuss erfolgte, ist nicht sicher geklärt.cite-ref-73[73]cite-ref-74[74]
2012
Im August 2012 wurde beschlossen, dass ISAF-Truppen immer geladene Waffen tragen mĂźssen.cite-ref-75[75]
2013
Am 4. Mai 2013 wurde in Nordafghanistan ein Soldat des KSK bei einer Operation in Zusammenarbeit mit der ANA getĂśtet.cite-ref-76[76]
Am 21. September 2013 werden in Paktia in Afghanistan von einem unbekannten Angreifer in Armeekleidung drei Soldaten der internationalen Schutztruppe ermordet und ein weiterer Bundeswehr-Soldat leicht verletzt.cite-ref-77[77]
Am 3. November 2013 wird bei einem Anschlag auf einen Kontrollpunkt im Dehrawod-Distrikt in der Provinz Urusgan ein ISAF-Mitglied getĂśtet.cite-ref-78[78]
AusrĂźstung
Die Versorgung der deutschen Soldaten sowie zum Teil anderer Nationen erfolgt durch angemietete GroĂraumtransportflugzeuge vom Typ Antonow An-124 und Iljuschin Il-76 von den Flughäfen Leipzig/Halle und Trollenhagencite-ref-79[79]cite-ref-80[80]cite-ref-81[81] aus direkt nach Masar-e Scharif sowie Ăźber einen LuftwaffenstĂźtzpunkt in Termez (Usbekistan), auf dem auch eine Einheit der Bundeswehr stationiert ist. Ein franzĂśsischer LuftwaffenstĂźtzpunkt befindet sich in Duschanbe (Tadschikistan). Die Bundeswehr versorgt von Termez aus durch regelmäĂige FlĂźge mit Transall-Flugzeugen sowohl die verschiedensten Feldlager in Kabul (z. B. das Camp Warehouse) als auch die StĂźtzpunkte der PRT-Teams in Kundus, während Feyzabad aufgrund der durch die fĂźr die Transall ungeeigneten Landebahn des Feyzabad International Airports FIA nur mit C130-Hercules angeflogen wird. Insgesamt erreichte die Luftwaffe mit der Transall im Jahr 2008 gut 45 % Anteil an allen Transportflugstunden in Afghanistan.cite-ref-82[82]
Die Kosten des Bundeswehreinsatzes fĂźr die Mission sollen 8,8 Mrd. Euro betragen haben.cite-ref-n-tv-20-03-2015-83-0[83]
Literatur
⢠Klaus Brummer, Stefan FrĂśhlich (Hrsg.): Zehn Jahre Deutschland in Afghanistan (= Zeitschrift fĂźr AuĂen- und Sicherheitspolitik. Sonderheft 3). VS-Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-18449-4.
⢠Bernhard Chiari (Hrsg.): Afghanistan (= Wegweiser zur Geschichte). 3. Auflage. SchÜningh, Paderborn / Mßnchen / Wien / Zßrich 2009, ISBN 978-3-506-76761-5.
⢠Bernhard Chiari (Hrsg.): From Venus to Mars?. Provincial reconstruction teams and the European military experience in Afghanistan, 2001â2014 (= Neueste Militärgeschichte. Band 3). Im Auftrag des Zentrums fĂźr Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Rombach, Freiburg im Breisgau u. a. 2014, ISBN 978-3-7930-9771-6.
⢠Johannes Clair: 4 Tage im November â Mein Kampfeinsatz in Afghanistan. 1. Auflage. Ullstein, 2014, ISBN 978-3-548-37521-2.
Weblinks
Commons
: International Security Assistance Force
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: ISAF
â in den Nachrichten
⢠Literatur von und ßber International Security Assistance Force im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Offizielle Seite der ISAF (englisch)
⢠Offizielle Website des JFC Brunssum, Niederlande (englisch)
⢠Dokumente der ISAF zur strategischen, operativen und taktischen Vorgehensweise (englisch)
⢠Verlustzählung und Liste der Gefallenen bei CNN (englisch)
⢠Deutsche Bundesregierung zum Engagement in Afghanistan
Einzelnachweise
cite-note-11. The Development of ISAF. The Institute for the Study of War, abgerufen am 22. Januar 2022 (englisch).
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